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Eiszeit

Spannendes und Praktisches rund um das Thema Eiszeit

Eiszeit am Federsee

Wer am Sonntag, den 1. Oktober 2017 das Federseemuseum besucht, bekommt einen ganz besonderen Einblick in die Anfänge der Siedlungsgeschichte am Federsee. Die neue Dauerausstellung beginnt in der Zeit der eiszeitlichen Rentierjäger an der nahe gelegenen Schussenquelle vor ca. 15.000 Jahren. Was dort 1866 bei Arbeiten am Quelltopf der Schussen durch Zufall entdeckt wurde, erwies sich alsbald als Sternstunde für die Archäologie: Eine größere Ansammlung von Geweihen und Tierknochen, vorwiegend von Rentieren, auf denen klare Spuren menschlicher Bearbeitung zu erkennen waren, zählen seitdem zu den ältesten Zeugnissen früher Besiedelung, die nach dem Rückzug des Eises für den Menschen erstmals in diesem Gebiet möglich war.

Neben ganz außergewöhnlichen Eiszeitfunden, die in der neu und modern konzipierten Schau zu sehen sind, bietet das Vermittlungsprogramm am Sonntag im archäologischen Freigelände Spannendes und Praktisches rund um das Thema „Eiszeit“. Von 10 bis 18 Uhr (ent-)führt Experimantalarchäologe Rudolf Walter äußerst eindrucksvoll und anschaulich die Besucher in die Lebenswelt der Rentierjäger. Spannende Antworten bietet er auf die Frage an, welche Beweise die sensationelle Entdeckung dieser Freilandstation an der Schussenquelle lieferte, in der erstmals menschliche Artefakte im Verbund mit eiszeitlichen Tieren ans Tageslicht kamen.

Und wie sah das Leben der Rentierjäger aus, die vor ca. 15.000 Jahren ihr Lager ausgerechnet an der Schussenquelle aufschlugen? Klug und umsichtig war der Lagerplatz allemal gewählt: Am Wasser gelegen, windgeschützt und von außen schwer einsehbar bot sich hier ein idealer Treff- und Ausgangspunkt zur Jagd. Einmal im Jahr, meistens im herbstlichen Oktober, trafen sich die Jäger der sonst eher einzeln umherziehenden Sippen zusammen. Hier schlugen sie ihre handlichen mobilen Zelte auf, die aus Rentierfell gefertigt, leicht und einfach zu transportieren waren. Mit der Speerschleuder bewaffnet, lauerten sie den Tieren auf. Denn genau zu dieser Jahreszeit schlossen sich auf ihrer Wanderung in die Wintereinstände riesige Herden zusammen und boten den eiszeitlichen Jägern eine reiche und üppige Beute.
Mit den Wildherden ließ es sich bestens leben: Etwa die Hälfte des Tieres besteht aus Fleisch, das nicht nur wertvolles Nahrungsmittel für die Saison lieferte, sondern sich durch Trocknung auch bestens als Wintervorrat anbot. Das Fett lieferte zudem Tran für Lampen, mit Sehnen konnte man nähen und binden, aus Knochen und Geweih entstanden Werkzeuge wie Pfrieme, Nadeln oder Waffen. Behaarte Tierhäute, zu Leder gegerbt, wurden zu Kleidung, eventuell auch zu Booten und Zelthäuten verarbeitet.

Eiszeitexperte Rudolf Walter berichtet über die bereits früh entwickelten effektiven Jagdstrategien der Eiszeitmenschen und präsentiert verschiedene Jagdmethoden und Waffen, allen voran die Speerschleuder. Mit welcher Wucht und Zielgenauigkeit eine Speerschleuder zum Einsatz kam, können Besucher selbst ausprobieren. Darüber hinaus gibt er ganz praktische Einblicke in die Herstellung und Verwendung von Werkzeugen, die Bearbeitung von Feuersteinen wie auch die Verarbeitung von Tierresten und -knochen.

Mit dem Entzünden von Feuer beleuchtet Rudolf Walter die Eiszeit auch von ihrer warmen Seite. Der Besitz des Feuers eröffnete den Rentierjägern viele Möglichkeiten. Während der Jagdstreifzüge konnte sie damit die Nacht in der offenen Landschaft verbringen. Feuer erwärmte die Behausung und schützte vor Raubtieren. Und so mag vielleicht bei manch einem Lagerfeuer am eiszeitlichen Rentierzelt bei Geselligkeit, Geschichten und frisch gebratenem Rentierfleisch der eine oder andere Jagdtag erfolgreich beendet worden sein.
Die maßstabgetreue 1:1 Rekonstruktion eines eiszeitlichen Jagdplatzes gibt im archäologischen Freigelände einen lebendigen Eindruck davon.

Darüber hinaus wird am Sonntag um 14 Uhr eine spezielle Führung von Kindern für Kinder angeboten. Die ArchäoKids vom ganz jungen Museumsteam freuen sich auf viele Besucherkinder, mit denen sie für ca. 30 Minuten gemeinsam die Steinzeit im Museum und im Freigelände erkunden. „Auf Augenhöhe“ und gut verständlich – und ohne Eltern, versteht sich. Ganz nach der Devise: Liebe Erwachsene, bitte nicht stören, das hier ist Kindersache.

Weitere Infos: Federseemuseum Bad Buchau
Zweigmuseum des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg
Öffnungszeiten: bis 1. Nov. tägl. von 10 bis 18 Uhr
ab 2. Nov. bis Ende März nur sonn- und feiertags von 10 – 16 Uhr. Kontakt: Tel. 07582/8350, info@federseemuseum.de
www.federseemuseum.de

Quelle: Veranstalter

Wann Wo
22.11.2017, 10:00 - 18:00 Uhr

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Bad Buchau



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Veranstaltungsort

Federseemuseum

August-Gröber-Platz

88422 Bad Buchau


Homepage

(07582) 8350


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