Lesungen/ Vorträge

Denis Scheck: Vertrauen Sie mir, ich weiß, was ich tue

Baden-Württembergische Literaturtage

Für Denis Scheck ist Lesen Leidenschaft. Leidenschaftlich feiert er sein Leseglück und leidenschaftlich bereut er die Lebenszeit, die er an schlechte Texte vergeudet hat. Bücher, die ihm gefallen haben, hebt er aufs Podest. Die anderen schmeißt er in die Altpapiertonne. Das hat etwas erfrischend Überhebliches, und selbstverständlich sind seine Verdikte in der Literatur-Szene umstritten. Doch Denis Scheck begründet seine Urteile messerscharf und äußerst unterhaltsam. Er kann dabei zurückgreifen auf stupende Belesenheit und griffige literaturwissenschaftliche Expertise. Keiner weiß besser als er, was „man“ als Freund/in der schönen Literatur gelesen haben sollte. „Schecks Kanon“ vereint eigenwillig Welt- und Außenseiterliteratur. Eine für den führenden deutschen Literaturvermittler typische Provokation.

Kann ein Kinderbuch zum Kanon der Weltliteratur zählen? Unbedingt, sagt Denis Scheck. Zum Beispiel Astrid Lindgrens „Karlsson vom Dach“, das am Anfang vieler Leserbiografien steht. Und darf der Klassenclown der Gegenwartsliteratur Michel Houllebecq mit der Aufnahme in einen Kanon geadelt werden? Ja, natürlich. Denn er ist auf dem Gebiet der Politik, was Jules Verne für die Technik war: ein Visionär. Mit seiner Auswahl der 100 wichtigsten Werke präsentiert Denis Scheck einen zeitgemäßen Kanon, der auf Genre- oder Sprachgrenzen schlicht pfeift. Von Ovid bis Tolkien, von Simone de Beauvoir bis Shakespeare, von W. G. Sebald bis J. K. Rowling: Charmant, wortgewandt und klug erklärt er, was man gelesen haben muss – und warum. Friedrich Schiller findet darin keinen Platz – und auch nur ein einziges Sachbuch: Charles Darwins „Entstehung der Arten“.

Denis Scheck, geboren 1964 in Stuttgart, lebt heute in Köln. Bereits im Alter von 13 Jahren gründete er eine eigene literarische Agentur. Als literarischer Übersetzer und Herausgeber engagierte er sich für Autoren wie Michael Chabon, William Gaddis und David Foster Wallace, Antje Strubel und Judith Schalansky. Lange arbeitete er als Literaturkritiker im Radio, heute ist er Moderator der Fernsehsendungen „Lesenswert“ im SWR und „Druckfrisch“ in der ARD.

2000 wurde Denis Scheck mit dem Kritikerpreis des Deutschen Anglistentages ausgezeichnet. Von 2000 bis 2002 gehörte er der Jury des Ingeborg-Bachmann-Preises in Klagenfurt an. 2004 übernahm er für zwei Semester eine Gastprofessur für Literaturkritik an der Universität Göttingen. Von 2014 bis 2016 war Scheck einer von drei Juroren beim Bayerischen Buchpreis.

Wann Wo
26.10.2020, 18:00 Uhr

Festhalle

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Leutkirch im Allgäu



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